Dezember 2012: Ein Erlebnisbuch für Frühchen und ihre Eltern 

20. Dezember 2012: Seit neuestem kommt auf der Frühchenintensivstation am Klinikum Karlsruhe ein Erlebnisbuch für Frühchen und ihre Eltern zum Einsatz. Neben dem Geburtsdatum, der Größe, dem Gewicht oder dem Fußabdruck des Frühchens können hier erste Erinnerungen und Erlebnisse festgehalten werden. Auch die älteren Geschwister oder die Großeltern haben die Möglichkeit, ihren Gedanken und Gefühlen mit einem Eintrag oder einem Bild Ausdruck zu verleihen. Das Buch soll den frischgebackenen Eltern dabei helfen, die Frühgeburt ihres Kindes besser zu verarbeiten. Aus Sicht der Initiatorin, Sandra Barisch, birgt das Buch eine Möglichkeit für die Eltern, sich aktiv mit der psychisch stark belastenden Situation auseinanderzusetzen. „Bei meiner Arbeit auf Station merke ich immer wieder, dass es den Eltern gut tut, wenn sie ihren Sorgen, Ängsten und Empfindungen Ausdruck verleihen können“, so die Pflegekraft. Diese vielfältigen Erfahrungen ließ Sandra Barisch in ihre Projektarbeit zur Elternberatung im Rahmen ihrer Ausbildung zur Praxisanleiterin einfließen. So entstand dank der Unterstützung des gesamten Stationsteams und des Frühchentreffs Karlsruhe e.V. das liebevoll und einfühlsam gestaltete Buch. 

Mitte Dezember war es dann soweit. Sandra Barisch und Ines Dombrowski vom Frühchentreff Karlsruhe e.V. übergaben das erste Buch an Jingjing Zhang, deren Tochter Julia am 4. Dezember als Frühchen in der Klinik zur Welt kam. Seite für Seite schauten sich die Drei das Buch an und überlegten gemeinsam, wie man es mit Leben füllen kann. Rasch stellten sie fest, dass Julia in der kurzen Zeit bereits viel erlebt hat. Schnell war die frischgebackene Mutter davon überzeugt, dass das Buch ihr und ihrer Familie ein Stück weit dabei hilft, mit der belastenden Situation besser umzugehen. „So ein Buch hätte ich mir bereits vor einigen Jahren gewünscht, als mein erstes Kind, ebenfalls ein Frühchen, zur Welt kam“, so die Mutter.

Unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Frühchentreff Karlsruhe e.V. Durch seine finanzielle Unterstützung konnten die Kosten für den Druck des Erlebnisbuches übernommen werden.

 

März 2012: Erfolg für den Frühchentreff Karlsruhe e.V.: Rethinopathiebehandlung von Frühgeborenen jetzt am Städtischen Klinikum Karlsruhe möglich

Eine zentrale Forderung des Frühchentreffs Karlsruhe e.V. ist nach mehr als zwei Jahre dauernden Verhandlungen mit den Leitern der Kinder- und Augenklinik sowie der Geschäftsführung des Städtischen Klinikums Karlsruhe erfüllt worden: So sind auf der Kinderintensivstation S26 alle Voraussetzungen für die Rethinopathiebehandlung (Lasern der Netzhaut von Frühgeborenen) geschaffen worden. Bisher mussten die betroffenen Kinder für diese Behandlung nach Mannheim verlegt werden – eine Situation, die von vielen Eltern als sehr belastend und extrem unbefriedigend empfunden wurde. 

Die Beschwerden mehrerer Eltern sowie die Tatsache, dass laut Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. alle Perinatal-Zentren Level 1 (zu denen auch Karlsruhe gehört) diese Behandlung vor Ort anbieten müssen, veranlasste den Verein, diese Forderung gegenüber der Klinikleitung mit Nachdruck zu vertreten. Die Elterninitiative bedankt sich bei den Verantwortlichen des Städtischen Klinikums Karlsruhe dafür, dass sie damit die Rahmenbedingungen für die Behandlung von FG erheblich verbessert haben. 

Infos zur Frühgeborenen-Retinopathie:

http://www.onmeda.de/krankheiten/fruehgeborenen_retinopathie.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Retinopathia_praematurorum

 

Artikel in "DER SONNTAG" vom 9. November 2008, herausgegeben von den Badischen Neuesten Nachrichten